ECSIT 

 

ECSIT: 6. Projektkonsortialtreffen am 05./06. März 2013 in Bremen

Am 05./06. März 2013 fand bei der dbh Logistics IT AG in Bremen das 6. Konsortialtreffen des Verbundprojekts ECSIT (Erhöhung der Containersicherheit durch berührungslose Inspektion im Hafen-Terminal) statt. In dem vom BMBF im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“ geförderten Forschungsvorhaben untersuchen zehn Partner aus Industrie, Forschung und Politik seit September 2010, welche Auswirkungen eine mögliche Umsetzung des H.R.1-Gesetzes der USA zum 100% Scanning von US-Export Containern haben kann. Der Fokus der Untersuchung liegt dabei auf den Themenschwerpunkten Recht, Konzept, Technologie, IT und Wirtschaftlichkeit. Während des Konsortialtreffens wurden die aktuellen Projektergebnisse zwischen den Partner ausgetauscht und diskutiert.

Das H.R.1-Gesetz, das eigentlich seit dem 01. Juli 2012 in Kraft ist, wird bisher nicht angewendet. Das Projektteam des Arbeitspaketes „Rechtliche Fragen“ geht von einer Fristverschiebung bis 2014 aus. Hierfür gibt es Aussagen von Janet Napolitano, Secretary of Homeland Security - ein offizielles Dokument liegt hierfür nach derzeitigem Kenntnisstand des ECSIT-Projektteams allerdings nicht vor. Intensiv hat man sich mit den Fragestellungen Haftung und Vorgehen in Alarmfällen beschäftigt. Um das Risiko einer Betreibergesellschaft der Prüfanlagen gering zu halten, ist die Empfehlung, einen generellen Haftungsausschluss des Betreibers in den AGB festzulegen, sodass die Betreibergesellschaft nur bei grober Fahrlässigkeit haftet.

Im Arbeitspaket Hochdurchsatzdetektion wurde die Fragestellung, mit welchen Mitteln die Güte einer Durchleuchtungsanlage bewertet werden kann, bearbeitet. Für Gepäckdurchleuchtungsanlagen stehen dafür heute sogenannte Testkoffer mit standardisiertem Inhalt zur Verfügung. In den Anlagen ist mit diesem Testkoffer täglich eine Untersuchung vorzunehmen. Die Anlage darf für den Betrieb nur genutzt werden, wenn der Operator auf dem Röntgenbild eine vorgegebene Anzahl von Objekten identifizieren kann. Für die geplante Container-Basisscananlage ist es denkbar, dass ein täglicher Test durchgeführt wird, indem hierfür ein spezieller Testcontainer, vergleichbar mit dem Testkoffer bei Gepäckdurchleuchtungsanlagen, vorgehalten wird. Außerdem wurden statische (Objekt steht) und dynamische (Objekt bewegt sich) Tests mit dem Nuklididentifikationsdetektor durchgeführt, die sehr gute Identifikationsergebnisse ergaben.

Bezüglich der Weiterentwicklung der Röntgenquelle der 3D-Anlage liegt der derzeitige Arbeitsschwerpunkt darin, die Strahlungsleistung des Linearbeschleunigers zu erhöhen, um kürzere Belichtungszeiten und damit einen höheren Durchsatz zu ermöglichen. Die dabei in der Quelle vermehrt anfallende Wärmeenergie muss durch verbesserte Kühlmethoden direkt am Entstehungsort der Strahlung abgeführt werden. Weiter wurde in diesem Arbeitspaket der Fragestellung nachgegangen, ob „energetische Materialien durch Bestrahlung mit Röntgenstrahlen verändert und entzündet werden können“. Energetische Materialien (Sprengstoffe) können aber durch Strahlung nicht gezündet werden!

Im Arbeitspaket Informationssysteme wurden die Schnittstellen der beteiligten Komponenten erarbeitet und die Datenaustauschformate (XML-Schema) bezüglich Containerinformationen und Scananforderungen erweitert. Erste Tests wurden erfolgreich durchgeführt.

Abschließend diskutierte das Konsortium die Organisation und den Ablauf der Abschlussveranstaltung, die am 31. Oktober 2013 auf dem Containerterminal Bremerhaven stattfinden wird. Geplant ist, hierzu Vertreter aus/von verschiedenen Bundesministerien, Landesministerien der Küstenländer, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, Maritimer Transportwirtschaft sowie Terminalbetreibern aus Hamburg und Wilhelmshaven einzuladen. Das Projektkonsortium wird den Teilnehmern in einer Live-Demonstration die Einzelkomponenten (Basisscananlage, Nuklididentifikation, 3D Röntgenanlage und Informationssystem) vorstellen. Anschließend wird das Zusammenspiel der Einzelkomponenten und der logistischen Abläufe dargestellt. Als Abschluss der Veranstaltung ist eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Industrie, Politik und Forschung geplant.