ECSIT 

 

Forschungsprojekt ECSIT zur Containersicherheit startet in Bremerhaven

Am 17. September 2010 wird das Forschungsprojekt ECSIT (Erhöhung der Container Sicherheit durch berührungslose Inspektion im Hafen Terminal) aus dem nationalen Sicherheitsforschungsprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durch den Wirtschafts- und Hafensenator der Freien Hansestadt Bremen Martin Günthner eröffnet. Das Kick Off auf dem NTB-Containerterminal in Bremerhaven erfolgt unter der Teilnahme hochrangiger Vertreter des BMBF und des US-Generalkonsulats Hamburg. Auch Mitglieder des Ausschusses für Angelegenheiten der Häfen des Parlaments im Land Bremen nehmen teil.

Bei ECSIT (Laufzeit 01.09.2010 bis 31.08.2013) geht es um die Entwicklung eines Gesamtansatzes, mit dem eine große Anzahl von Containern berührungslos inspiziert werden kann, ohne die Sicherheit und Performance des Hafenterminals zu beeinträchtigen. Ziel ist es, das System in die bestehenden Betriebsabläufe bestmöglich einzubinden. Hintergrund des Projekts ist der US-amerikanische Safe Port Act, der allgemein als 100% Scanning Gesetz bezeichnet wird. Danach dürfen ab 2012 in den USA keine Container mehr aus dem Ausland importiert werden, die nicht zuvor im Abgangshafen gescannt, d.h. auf Radioaktivität untersucht und durchleuchtet worden sind. Wann und wie dieser Safe Port Act umgesetzt wird, hängt von den Beschlüssen des US-Kongresses über die Anwendung von Ausnahmebestimmungen sowie von möglichen Gesetzesänderungen ab. Zudem lässt das Gesetz noch viele Detailfragen offen.

Durch die gestiegene globale Bedrohung durch Terrorismus und organisierte Kriminalität einerseits und das starke Wachstum des weltweiten Warenverkehrs andererseits ist der Bedarf an Sicherheitslösungen in der Warenkette stark angewachsen. Ziel des Projektes ist daher ein ganzheitliches Konzept unter Einbeziehung aller Aspekte, wie z.B. Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten, Gesetzeslage (national und international), Abläufe und Prozesse, Kosten und Technologien, um die geforderten Sicherheitsmaßnahmen zu implementieren und gleichzeitig die Abläufe und die Sicherheit im Hafen möglichst zu gewährleisten.

Im Vorhaben werden, beispielhaft am Containerterminal Bremerhaven als führendem US-Exporthafen der Europäischen Union, Sicherheitsrisiken und Anforderungen der Endnutzer analysiert. Die Implementierung von Technologien zur Identifikation von radioaktiver Strahlung und die Erarbeitung von schnellen, bildgebenden Verfahren zum Durchleuchten von Frachtcontainern stellen technische Herausforderungen des Vorhabens dar.

ECSIT leistet durch diesen übergreifenden Ansatz einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Warenketten vor einer negativen Beeinträchtigung der Containersicherheit und der Versorgungssicherheit der Bevölkerung. Durch den Einbezug relevanter Endnutzer durch assoziierte Partnerschaft, einen Beirat und eine User-Group werden die Grundlagen für Akzeptanz, Anwendbarkeit, Standardisierung und Verbreitung der Ergebnisse bereits während des Forschungsvorhabens geschaffen.

Das Projekt ECSIT stellt eine große Herausforderung für alle Beteiligten dar. Unmittelbar soll das Vorhaben dazu dienen, die Bremischen Häfen als sicheren und wettbewerbsfähigen Handelspartner gerade im Verhältnis zu den Vereinigten Staaten von Amerika zu festigen und auszubauen. Denn die Containerverkehre in dieser Relation sind eine tragende wirtschaftliche Basis für Bremen. Zusätzlich geht es in dem Projekt ECSIT darum, mit innovativen industriellen Produkten, mit neuer Informationstechnologie sowie Wissen aus Deutschland neue Märkte der Sicherheitswirtschaft weltweit zu erschließen.

ECSIT wird im Rahmen des Sicherheitsforschungsprogramms des Bundes gefördert. Es ist vom Senator für Wirtschaft und Häfen initiiert worden und wird vom Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) koordiniert. Mit den Unternehmen Smiths Heimann, Steria Mummert Consulting, SAP AG und dbh logistics IT AG, den Bremerhavener Terminals Eurogate, NTB und MSC Gate sowie den Forschungsinstituten Fraunhofer EMI, Fraunhofer EZRT, der Universität Bremen und der Hochschule Bremerhaven sind namhafte Akteure aus der Industrie und der Wissenschaft und Forschung als Projektpartner beteiligt.

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